Kleiner Nachtrag zur Reise ans andere Ende der Welt

Tag 32 – 34

Singapur und Rückreise

Jetzt sind wir schon fast 2 Wochen wieder hier, haben das erste Weihnachten von Mitbewohner 2 gefeiert und ich habe noch kein Wort über Singapur und die Rückreise geschrieben.

Singapur war wunderschön. Und dass liegt sicherlich nicht nur daran, dass ich mit einem kleinen, sehr glitzernden Accessoire am Finger zurückgekommen bin. Die Stadt ist groß, aber wunderbar entspannt. Die Leute waren unglaublich freundlich und es ist sehr einfach dort mit einem Baby zu reisen. Wir haben uns in den 2 Tagen die Orchard Road angeschaut (wobei nur Mitbewohner 1 dort shoppen war), den botanischen Garten, das Marina Bay Sands Hotel inklusive Blick über ganz Singapur und haben den Ausblick vom 25. Stock in unserem Hotel genossen.

Zurück nach München ging es erst sehr spät am Abend. Mitbewohner 2 ist relativ gut gelaunt bis kurz vor 23 Uhr wach geblieben und noch vor Landung eingeschlafen. Kurz bevor das Frühstück serviert wurde, war dann die ganze Familie wieder wach und die 12,5 Stunden Flug waren am Ende viel weniger schlimm als es in der ersten Ansage des Piloten klang.

Nicht mehr ganz am anderen Ende der Welt: die langsame Rückreise

Auckland – Singapur

Mitbewohner 2 nahm aus dem Land des Rugbysports dann zum Abschluss noch ein blaues Auge mit: Beim Toben am Flughafen stand eine Stuhlkante im Weg. Der Flug selbst verlief relativ ruhig. Auch wenn ich einen Tagflug mit Baby jetzt nicht unbedingt empfehle. Interessanterweise gehen die meisten Menschen davon aus, dass auch sehr große Babies dann einfach 10 Stunden am Stück schlafen. Gerettet hat uns letztendlich die Treppe im A380. Wir sind jetzt alle bestens auf die 96 Stufen daheim vorbereitet, denn Mitbewohner 2 verbrachte ungefähr 2 Stunden mit Treppe hochkraxeln.

Interessant war übrigens die Über-den-Gang-Sitznachbarin von Mitbewohner 1 (mit Baby kommt man ständig ins Gespräch). Als sie erfuhr, dass wir aus Deutschland kamen, erzählte sie uns erstmal, dass sie gerade “Mein Kampf” liest. Und der Autor ja schon wenig “psychotic” war. Unsere Blicke müssen sie irgendwie dazu bewegt haben, uns zu erklären, dass sie einen PhD in Psychiatrie hat und es deswegen liest. Nun ja, es wird nicht langweilig unterwegs.

In Singapur ging es sofort ins Hotel, wo wir uns spontan ein kleines Upgrade gönnten. Dann ging es für die Mitbewohner erstmal in die Badewanne und wir freuten uns über das riesige Bett mit vielen Kissen und einer frisch gestärkten Decke. Der absolute Kontrast zu den vier Wochen davor.

Am anderen Ende der Welt: Tag 29 und 30

Manukau (Auckland)

Schon ein wenig verrückt, dass man seinen Urlaub im Wohnmobil verbringt. Jeden Abend selber kochen (oder grillen), Frühstück muss man auch machen und am letzten Tag ist es Zeit – zumindest nach 4 Wochen – das mobile Heim auf Vordermann zu bringen.

Wir reisten also von Coromandel an einen Campingplatz ganz in der Nähe vom Flughafen und der Rückgabestelle für das Wohnmobil. Die Strecke, die wir fuhren war wunderschön. Direkt am Pazifik entlang, viel Grün und blaues Wasser.

In Manukau ging es ein letztes Mal in den Supermarkt. Reiseverpflegung für Mitbewohner 2 kaufen und einen Christmas Pudding für den ersten Weihnachtsfeiertag. Der passt dann perfekt zum irischen Festtagsessen meiner Mama.

Am Campingplatz angekommen, ging es dann mit Packen weiter und wir fingen mit Wohnmobil putzen an. Puh! Als letztes Abendessen gab es ganz klassisch Nudeln mit Tomatensoße und die restlichen Nahrungsmittel fanden ein neues Zuhause in der Gemeinschaftsküche (wo sie relativ schnell von anderen Campern in Beschlag genommen wurden).

Zum Abschluss gab es noch einen Kurzschluss im Wohnmobil und wir waren ohne Strom für die Steckdosen. Eigentlich kein Problem. Aber erstens hatten wir das Gas schon aufgefüllt und nicht mehr angestöpselt und zweitens bekommt ja Mitbewohner 2 nachts eine Flasche. Aber das sollte kein Problem sein, dachten wir. Der trinkt seine Flasche sicher auch kalt. Hauptsache eine Milch.

Denkste! Mitbewohner 2 war entsetzt, als er nachts um 3 Uhr eine kalte Flasche in die Hand gedrückt bekam. Nun gut, die Küche hatte einen Boiler aus dem man direkt heißes Wasser holen kann (was wir natürlich auch gemacht haben, aber ohne Thermoskanne…). Mitbewohner 2 brüllte und Mitbewohner 1 kam zurück. Ohne Wasser, dafür mit den Worten “die Küche ist abgesperrt!”. Gut, dass wir beide den Geistesblitz hatten, dass es ja im Bad warmes Wasser gibt. Also hieß es nochmals raus gehen für Mitbewohner 1 und ich durfte Mitbewohner 2 erklären, dass es nichts bringt alle Leute am Campingplatz zu wecken.

Die restliche Nacht verlief unspektakulär und auch die Rückgabe des Wohnmobils war problemlos. Die sehr nette Mitarbeiterin wird in der Werkstatt sicher einen ordentlichen Anschiss verteilen: eine Mikrowelle, bei der sich alle Schrauben lösen, darf unter keinen Umständen passieren.

Am Ende der Welt: Tag 27 und 28

Coromandel

Und plötzlich rast die Zeit. Heute haben wir schon angefangen die ersten Sachen zu packen. Gestern ging es aber erstmal vom Hot Water Beach nach Coromandel.

Davor gab es aber einen kurzen Stop im Supermarkt. Wir hatten uns beim Kauf des Milchpulvers vertan und die abendliche Flasche gewöhnen wir Mitbewohner 2 sicher nicht im Campingurlaub ab. Wir wollen ja keine Wohnmobilnachbarn gegen uns aufbringen.

Hier in Neuseeland gibt es in jedem Supermarkt (zumindest in denen, die wir besucht haben) am Eingang einen Korb mit Äpfeln und Bananen für Kinder. Da kann man sich ein Stück Obst herausnehmen und das Kind ist dann beschäftigt und isst dabei gleichzeitig etwas gesundes. Hat bei Mitbewohner 2 super geklappt. Mit mittlerweile acht Zähnen kaut er wunderbar an einem ganzen Apfel rum. So wurden wir von einigen anderen Einkäufern gleich angesprochen: “He is really enjoying that apple.” “Seems he is really into apples.”

Etwa eine halbe Stunde später bekamen wir die Quittung für die mangelnde Aufsichtspflicht beim Apfel essen. Mitbewohner 2 hatte sich wohl an einem Stück verschluckt (es fehlen wohl doch noch die Backenzähne zum richtig klein Kauen) und der kleine Mann ergoss seinen ganzen Autositz voll mit Erbrochenem. Gott sei Dank nur Wasser und viel Apfel. Und gut, dass wir auf der engen und gleichzeitig kurvigen Straße sehr zügig eine Haltebucht fanden.

Sonst verbrachten wir gestern und heute zwei ruhige Tage in Coromandel. Ein Spaziergang durch den Ort und an den alten Hafen und schwimmen im Campingplatz eigenen Pool war angesagt. Wobei Mitbewohner 1 nicht nur das Meer mit 17 Grad meidet (ok, zu seiner Verteidigung: er war ja mit einem Ganzkörperneopren zum Tauchen drin) sondern auch den Pool mit 27 Grad (“viel zu kalt!”). Also genossen Mitbewohner 2 und ich gestern und heute zwei Pooleinheiten.

Die ersten Sachen sind schon gepackt und jetzt genießen wir an unserem vorletzten Abend in Neuseeland noch ein Gläschen heimischen Gewürztraminer.

Am anderen Ende der Welt: Tag 24 – 26

Waihi Beach – Hot Water Beach

Vorgestern ging es weiter nach Waihi Beach. Ein sehr kleiner, ruhiger Ort an der Ostküste, wo anscheinend viele reiche Neuseeländer ihre Ferienhäuser haben. Die Mitarbeiterin des Campingplatzes schickte uns auch in ein ziemlich hippes Café (“a must!”) und wir genossen bei einem Gläschen Wein den perfekten Blick aufs Meer. Am nächsten Morgen verließen wir relativ zügig den Campingplatz um mit Blick aufs Meer zu frühstücken. Tagesziel war Hot Water Beach.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Supermarkt, erreichten wir den Campingplatz etwas zu spät für die Ebbe, mieteten aber trotzdem für den nächsten Tag einen Spaten. Hot Water Beach hat einen kurzen Abschnitt, wo man sich seinen eigenen Thermalpool buddeln kann. Geht aber nur bei Ebbe.

Nachmittags sorgten wir für ein wenig Verwunderung bei den Campingplatznachbarn als Mitbewohner 2 anlässlich meines Geburtstag einen Kuchen, Partyhütchen, schmeichelnde 10 Kerzen und eine Flasche Champagner spendierte. Nachmittags ging es dann trotz verpasster Ebbe noch eine Runde zum Strand. Herrlicher Ausblick und für mich der erste Strand- und FlipFlop-Geburtstag meines Lebens.

Heute Vormittag ging Mitbewohner 1 eine Runde Tauchen und während ich mit Mitbewohner 2 den Spielplatz unsicher machte, fiel mir auf, dass wir einen der letzten zweisamen Vormittage meiner Elternzeit miteinander verbrachten. Für mich geht es Anfang Januar wieder arbeiten und Mitbewohner 1 ist dann erstmal bis Februar daheim (und übernimmt die Krippeneingewöhnung).

Nachmittags machten wir uns pünktlich zur Ebbe auf den Weg zum Hot Water Beach. Und fühlten uns dort angekommen wie auf Mallorca (wobei ich da noch nie war…) Der Teil des Strandes, wo man sich seinen Pool graben könnte, war gesteckt voll! Also beschlossen wir, das Geschehen mit ein wenig Abstand zu beobachten und die Mitbewohner buddelten in Brandungsnähe einfach einen “Cool Water Pool” für die Füße. Ich stürzte mich für ein kurzes Ganzkörperbad in die 17 Grad kalten Fluten. Mitbewohner 1 verzichte, er hatte das Meer ja schon in einer kompletten Neoprenausrüstung getestet (Weichei…).

Abends gab es dann noch eine kleine Premiere: anstatt den Herd oder BBQ anzuschmeißen, statteten wir der Imbissbude (Neudeutsch: Foodtruck) am Campingplatz einen Besuch ab und gönnten uns eine leckere Portion Fish’n Chips.

Am Ende der Welt: Tag 21 – 23

Rotorua – Mount Maunganui

Das Tempo der Reise wird gegen Ende etwas langsamer. Wir verbrachten einen weiteren Tag in Rotorua , spazierten durch die Stadt und “genossen” den Geruch der heißen Quellen. Puh… es kam einer heftigen “Männerflatulenz” gleich. Da das Wetter stark an unseren April erinnerte, überbrückten wir einen kurzen Regenschauer in einer kleinen Kunstausstellung. Mitbewohner 2 quietschte bei jedem Bild vergnügt auf.

Gestern ging es weiter nach Mount Maunganui. Alles schien hier etwas touristischer als anfangs und als an der Ostküste der Insel. Viele Reisegruppen, die in Bussen durch die Orte “geschleust” werden. Aber alleine der Spaziergang um den Berg war es Wert hier Halt zu machen. Man hat einen wunderbaren Blick auf ganz feine weiße Sandstrände, viel Wald und ganz klares Wasser. Kein Foto konnte diesen Kontrast wirklich gut einfangen.

Heute spazierten wir ein wenig durch den kleinen Ort, wo auch regelmäßig riesige Kreuzfahrtschiffe anlegen. So hatte die “Sea Princess” zum Landgang am Hafen angelegt. Gerade als wir das Schiff durch einen Zaun hindurch anschauten und auf einer Tafel alle Infos zu dem Kreuzer lasen, meinte ein älterer Herr zu uns, dass es schon schade ist, dass man aus Sicherheitsgründen nicht mehr auf das Schiff darf, wenn es im Hafen liegt. Alle Passagiere müssen tatsächlich durch eine Sicherheitskontrolle und haben kleine VIP Karten umhängen, die mit ihren Pässen abgeglichen werden. Der ältere Herr war Passagier, erzählte uns ein wenig über das Schiff und seine Reisen. Aus Australien kommend, bereist er als pensionierter Lehrer die ganze Welt und war zum Oktoberfest tatsächlich auch in München. Er schenkte Mitbewohner 2 noch einen kleinen Koala, den er in seiner Tasche hatte und verabschiedete sich Richtung Ort. Leider haben wir den Koala bei unserem Spaziergang verloren (nachdem vor zwei Tagen schon das Stofftier Lu der Lufthansa in Rotoruas Innenstadt verschollen blieb).

Nach einem Bummel durch die örtliche Shoppingmall, ging es ins “Hot Water Pool”. Heiße Pool-Becken, die mit Salzwasser gefüllt waren. Etwas gewöhnungsbedürftig fürs Baby, aber er hatte schnell erkannt, dass man das Wasser nicht trinken kann. Und falls irgendein verzweifelter männlicher Single mitliest: wir leihen Mitbewohner 2 gerne zum “Frauen kennenlernen” aus. Er hat tatsächlich mit den zwei attraktivsten Frauen im Pool geschäkert. Die ihrerseits total begeistert von ihm waren.

Jetzt sitzen Mitbewohner 1 und ich gerade bei einem Glas Wein zusammen und planen die letzte Woche unserer Reise durch Neuseeland (auf dem Rückweg verbringen wir noch zwei Tage in Singapur). Wir sind beide nicht nur erstaunt, wie schnell und langsam zugleich die letzten drei Wochen vergangen sind, sondern sind auch ein wenig sentimental, dass wir Flipflops bald gegen Winterstiefel tauschen müssen.

Am Ende der Welt: Tag 18 – 20

Gisborne – Opotiki – Rotorua

Mitbewohner 1 ging heute hungrig vom Mittagessen heim und ist auf alle Fälle um eine sprachliche Erfahrung reicher: Nach unserer Ankunft in Rotorua spazierten wir es Runde in die Stadt. Idyllisch am See gelegen, aber um einiges touristischer als Taupo, fanden wir ein nettes Lokal. Mitbewohner 1 bestellte sich ganz begeistert Lamm mit Pilzsoße und Kartoffeln. Als das Essen kam, sahen die Fleischstücke schon verdächtig nach Leber aus und Mitbewohner 1 wurde ein wenig Blass um die Nase. Und tatsächlich: er hatte sich versehentlich “Spezialität vom Lamm” bestellt.

Dazu muss man wissen, dass mir schon relativ am Anfang unserer Beziehung mitgeteilt wurde, dass die Liebe bei einer speziellen Sache sehr schnell beendet würde: sollte ich jemals Rosenkohl und Leber kochen.

Mitbewohner 1 aß somit heute Mittag die Kartoffeln und die leckere Soße und drapierte seine Serviette geschickt über die Leber. Und fand hinterher dank Google raus, dass sich hinter “Lamb fry” Innereien verbergen. So schnell wird er das auf alle Fälle nicht mehr vergessen.

Ansonsten war es die letzten Tage sehr ruhig. So wie es im Urlaub sein sollte. Wir verbrachten zwei Nächte in Gisborne, machten einen kurzen Zwischenstopp am Surferstrand von Opotiki und werden die nächsten zwei Nächte hier in der Vulkanregion Rotorua bleiben.

Ach ja, und vielleicht lag es ja an der Leber, dass heute das erste Mal seit längerem der BBQ kalt blieb und wir ganz profan – auf expliziten Wunsch von Mitbewohner 1 – Nudeln mit Tomatensoße aßen.

Am Ende der Welt: Tag 16 und 17

Dannevirke – Bay View (Napier) – Gisborne

1996 hat Mitbewohner 1 seinen Führerschein gemacht und war bis gestern kein einziges Mal in einer Polizeikontrolle. Seit heute kann er sagen, dass er zweimal kontrolliert wurde.

Gestern ging es bei wolkenverhangenem, aber immerhin regenfreiem Himmel in Dannevirke los und schon auf der Hauptstraße vom Campingplatz weg, hatte die Polizei sich zur Kontrolle aufgebaut. Das geht in Neuseeland übrigens ganz fix (ok, meine bisher einzige Polizeikontrolle dürfte ungefähr 2005 gewesen sein). Die halten einem ein Gerät vor die Nase , man spricht seinen Namen und dann darf man im besten Fall weiterfahren (morgens um 10 Uhr durfte natürlich auch Mitbewohner 1 weiterfahren). Und heute hatten wir das gleich Spiel nochmals. Liegt vielleicht daran, dass Neuseeland vor 20 Jahren die Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 gesenkt hat und dieses Ereignis entsprechend “zelebriert”.

Außer dem Kontakt mit der ansässigen Polizei (die einen sehr sympathischen Eindruck macht und einen übrigens immer mit “Mate” anspricht) haben wir auch noch andere Sachen erlebt. Gestern ging es ins Aquarium in Napier. Und im Gegensatz zum Kiwi House waren dieses Mal alle Teile der Reisegruppe restlos begeistert. Fische, Pinguine, zwei Kiwis, drei Meter lange Haie und eine riesige Schildkröte konnten wir unter vielen anderen Meeresbewohnern bewundern. Ein absoluter Tipp, sollte es euch mal nach Napier verschlagen.

Danach bummelten wir noch ein wenig durch die Stadt, aßen viel Eis (kleines Missverständnis mit dem Eisverkäufer, der Mitbewohner 1 von jeder Sorte zwei Kugeln auf die Waffel schichtet anstatt insgesamt zwei Kugeln) und besuchten einen tollen Spielplatz. Dieses Mal zeigte sich auch Mitbewohner 2 äußerst begeistert.

Am frühen Abend ging es zum Campingplatz direkt am Strand mit fantastischem Blick auf Hawkes’ Bay. Zum Blick auf den Pazifik gab es Lammburger, die Mitbewohner 1 dieses Mal unter strenger Aufsicht einer Gruppe von etwa 40 Jugendlichen grillte, die alle auf ihre Würste warteten.

Heute morgen ging es weiter nach Gisborne. Mit drei Stunden Fahrt war dies eine unserer längeren Strecken und deswegen gab es mittags einen Zwischenstopp in einem netten kleinen Café, wo sich das Äquivalent zum katholischen Frauenbund mit dem örtlichen Pfarrer zum Mittagessen traf. Mitbewohner 2 war im ersten Moment etwas überwältig von all den älteren Damen, die in begeisterte Schreie ob seines Anblickes ausbrachen. Er wurde aber schnell warm mit den Ladies und schenkte allen (auch dem Pfarrer) sein schönstes Lächeln.

Heute haben wir uns für zwei Nächte am Campingplatz eingebucht und werden morgen den Strand unsicher machen und ein wenig Gisborne erkunden.

Am anderen Ende der Welt: Tag 14 und 15

Taupo – Mangaweka – Dannevirke

Bei strahlendem Sonnenschein ging es gestern von Taupo Richtung Süden. Nochmals direkt am See entlang und dann stand die sogenannte “Desert Road” auf dem Programm. Tolle, karge Landschaft mit besten Blick auf die drei Vulkane (die zwei höheren schneebedeckt). Landschaftlich wirklich wunderschön und alleine dafür hat sich der Flug hierher gelohnt. Nachdem Mitbewohner 2 keine anstalten machte zu schlafen, hielten wir an einem der wenigen Picknickplätze an und holten unser ausgefallenes Frühstück mit Blick auf die Berge nach (keine Sorge: das Baby hat natürlich schon vorher am Campingplatz was zu Essen bekommen). In diesem Bereich warnen übrigens zahlreiche Schilder vor dem Verlassen der Wege: bei diesem Gebiet handelt es sich um den größten Truppenübungsplatz der neuseeländischen Armee. Die einem am Ende der “Desert Road” für die Kooperationsbereitschaft dankt.

Relativ früh machten wir gestern Nachmittag an einem entlegenen Campingplatz an einem Fluss umgeben von Bergen Halt. Mitbewohner 2 freute sich: viel Wiese zum Toben und ein äußert interessanter Wasseranschluss, der ausgiebig inspiziert wurde. Nach einem Spaziergang am Fluss entlang und einem gemeinsamen Bad, gab es Abendessen für Mitbewohner 2. Der hatte Vormittags nur kurze 40 Minuten geschlafen, nachmittags war die Wiese und der Campingplatz eigene Hund viel zu interessant. Ganz schön schwer so ein müdes Baby ab 18 Uhr bei Laune zu halten. Aber um 19 Uhr war Ruhe und Mitbewohner 1 und ich genossen danach das erste “Erwachsenenessen” seit unserer Ankunft.

Heute morgen wurden wir dann (wieder mal) vom prasselnden Regen auf dem Wohnmobildach geweckt. Wir nutzen allerdings die sehr entspannte “Check out Time” und frühstückten diesmal ausgiebig am Campingplatz in unserem Wohnmobil. Danach ging es weiter, Tagesziel war heute Dannevirke. In Palmerston North ging es erstmal Einkaufen und egal wie das Wetter wird: die nächsten vier Tage gibt es jeden Abend BBQ. In der Apotheke fragten wir mal nach, was denn neuseeländische Kinder so beim Zahnen bekommen. Mitbewohner 2 wartet auf Zahn Nummer 8 und leidet ein wenig (und wir mit ihm). Wir bekamen wohl das neuseeländische Pendant zu Dentinox. Im Gegensatz zu Dentinox macht Mitbewohner 2 allerdings bereitwillig den Mund auf und lässt sich den Gaumen massieren.

Der Regen hat übrigens gerade erst aufgehört. Nachdem aber Mitbewohner 1 einen Campingplatz mit angeschlossenen Wildgehege ausgesucht hat, ging es heute Nachmittag mit Regenjacke ausgerüstet auf einen Spaziergang und Mitbewohner 2 quietschte bei jedem Reh und jeder Ente vergnügt auf.

Am Ende der Welt: Tag 12 und 13

Whanganui – Turangi – Taupo

“And you are not divorced after that?” “We are not married.” Als wir in Turangi am Campingplatz ankamen, fragten wir nach einem Supermarkt in der Nähe und konnten uns ein Lachen nicht verkneifen als der Betreiber mit “Rechts 300m die Straße runter” antwortete. Wir erzählten ihm die Geschichte von unserem gestrigen “Spaziergang” in der Sonne und er hatte wirklich sehr viel Mitleid mit Mitbewohner 1. Mit dem ich übrigens wieder “quitt” bin. Er fuhr nämlich an der Einfahrt des Campingplatzes vorbei und vergaß beim Wenden kurzzeitig, dass man in Neuseeland links fährt. In dem Moment als ich von hinten “links fahren” brüllte, hielt auch schon ein Einheimischer an und teilte freundlich aber bestimmt mit: “Mate, you’re on the wrong side of the road. You have to to drive left!”

Und wenigstens hatten wir den Sonnenschein am Vortag voll und ganz ausgenutzt. Gestern beim Aufwachen schüttete es nämlich aus Kübeln. Also schnelles Frühstück, Abwasch und weiter ging die Fahrt. Wir hatten lange am Vorabend wegen der weiteren Strecke überlegt. Und uns dann – auch dank Feedback auf Twitter – dafür entschieden Wellington von unserer Liste zu streichen und dafür mehr Zeit an der Bay of Plenty zu verbringen. Aber jetzt sollte es erstmal weiter ins Landesinnere gehen. Von den drei Vulkanen (Mt Tongariro, Mt Ruapehu und Mt Ngauruhoe) haben wir aufgrund des Wetters leider absolut nichts gesehen, dafür gab es aber einen netten Zwischenstopp in einem Café mitten im Nichts. Und die karge Landschaft, die man zu sehen bekam, wusste durchaus zu beeindrucken.

Leider ließen wir Mitbewohner 2 gestern Nachmittag ein gutes Stündchen bis kurz nach 17 Uhr schlafen und genossen ein wenig Ruhe (endlich mal tagsüber ein Buch lesen…) und bekamen prompt die Quittung beim abendlichen ins Bett bringen. Erst ist er nicht müde und dann viel zu überdreht zum einschlafen. Um kurz vor 22 Uhr war endlich Ruhe und wir sind kurz danach auch ins Bett gefallen (dafür wurde heute morgen bis 8.30 Uhr geschlafen).

Heute morgen ging es dann weiter nach Taupo. Die kürzeste Strecke bisher mit 50km, aber wunderschön am Ufer des Lake Taupo entlang. In Taupo angekommen parkten wir am Yachthafen, sahen Wasserflugzeugen bei Starten zu und spazierten durch die Stadt. Nicht zu vergessen: wir hatten einen wunderbaren Blick auf die drei Vulkane. Die Kellnerin im Café, wo wir zu Mittag aßen, war sehr nett, überschätzte aber die Fähigkeiten von Mitbewohner 2: sie brachte ihm Malstifte.

Heute durfte der junge Mann nachmittags nicht mehr ruhen (gegen 16 Uhr rieb er sich verdächtig die Augen). Dafür hat unser Campingplatz einen Thermal Pool, den wir alle ausgiebig getestet haben. Hat super geklappt: das Baby schläft seit halb acht.